Lange lange habe ich mich gefragt, wozu es eigentlich Religionen gibt. Wozu gibt es einen Gott, einer, der über alles bestimmt? Ist das ganze nicht eine reine Erfindung des Menschen? Wenn ich die Menschen beobachte, welche an Gott glauben, dann stelle ich fest, dass sie in sehr schlechten Situationen immer Gott um Hilfe bitten. Sie geben also sozusagen Gott die Aufgabe, dieses Problem zu lösen, weil man anscheinend zu schwach ist, es selbst zu lösen. Was ich damit sagen will, ist, dass dadurch der Mensch nicht genug willensstark ist. In schweren Situationen gibt er das Problem ab, an Gott. Ich glaube immer mehr daran, dass es Gott gar nicht gibt. Der „Herr“ ist ein Hirngespinst. Kein Wunder zerfällt die Welt in sich zusammen!!! Wollt ihr wissen, weshalb? Weil die Welt keine wahren Helden mehr hat. Und wenn schon, es gibt ja wenige Menschen, die sich wirklich für diese Welt einsetzen, koste es, was es wolle. Aber ein paar Helden schaffen es bestimmt nicht, die ganze Welt mit der wahren Wahrheit zu überzeugen. Wir leben, meiner Meinung nach krankhaft vor uns heran. Alles, was wir tun, im Groben gesagt ist: 1. Auf die Welt kommen und dadurch unsere Eltern, die immer wieder eine Krise überstehen, ablenken von den Problemen, bis wir selber zum Problem werden. 2. Wir lernen Gleichgesinnte kennen, freunden uns mit Ihnen an und machen vielleicht unsere ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht. Das ist wahrscheinlich die interessanteste Zeit im Leben. Man lernt so viel neues kennen. Früher bekam ich immer eine Gänsehaut und ich begann zu lächeln, als ich vom Fortschritt der Menschen, dem Wissen erfuhr. 3. Wir erlernen irgendeinen Beruf, wenn überhaupt und bleiben sehr lange auf diesem Beruf (meistens), weil wir froh sind, dass bei der Marktsituation diese Stelle für mich frei ist, obwohl sie scheisse ist und zu Depressionen führt. Früher freute ich mich auf das Erwachsensein, die unbegrenzten Möglichkeiten, heutzutage wäre ich viel Lieber Kind oder genauer gesagt Mensch gewesen. Der Mensch, der mit anderen Menschen die Welt verbessern kann. 4. Wir werden alt, gehen in uns ein. Wir denken sehr viel über das Leben nach. Was habe ich erlebt? Was hätte ich noch tun sollen? Was kann ich noch tun? Wieso ist die Welt in einem Winterschlaf, indem sie träumt, dass die Welt schön und irgendwann mal untergeht. In diesem Traum träumen die Menschen, wie praktisch der Fernseher ist. Man muss ihn nur einschalten und schon ist man weg von all den Problemen (zumindest für kurze Zeit). Man geht in einen Strandurlaub um dort ebenfalls abzuschalten. Doch wenn der Mensch mal aufwachen würde, würde er feststellen, dass es auch ganz ohne Technik geht. Glaubt mir, wenn ich die Wahl hätte, auf die ganze Welt zu verzichten, auf all den Besitz, all die Freunde und als Gegenleistung eine Welt nach dem Urknall (wenn es den überhaupt ga
zu erleben, würde ich das Angebot annehmen. Und da kehre ich zu meiner Grundfrage zurück. Weshalb gibt es Religionen. Ich könnte auch provokant meinen, dass es Religionen nur gibt, weil die Religionen die Menschheit schwächen. Stell dir mal vor, es würde keine Religionen geben. Und dein Freund/Freundin ist im bei einer Überschwemmung ertrunken. Ich bin mir sicher, dass du weinende Nächte haben wirst, indem du dich fragst, weshalb es deine Bestimmung war, dass er/sie sterben muss und du wirst dich auch fragen, wieso Gott dies wollte. Und irgendwann wirst du akzeptieren, dass es Gott so wollte und du wirst weiter leben, mit immer etwas Schmerz in dir. Ohne einen Gott würdest du auch weinen und dich fragen, wieso. Aber du würdest dich ziemlich sicher dafür einsetzen, dass es nicht mehr oder weniger Flutkatastrophen gibt. Mit anderen Leidenden, die auch jemand verloren haben. Was lernen wir daraus? Ich denke, die Welt wäre eher zu retten, wenn es keine Religionen gäbe und so der Mensch auch sich selbst gestellt wäre und wieder lernen würde, zu kämpfen für das Gute!!!
Der Text habe ich im Jahr 2003 geschrieben und wiedergefunden.